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Releases
Pecadores
Endzeitvocals und Industrialhymnen
Brasilien, ein Land voller Gegensätze: Die Furcht einflößende Weite der grünen Tropenlunge unseres Planeten und die stinkenden Favelas der lebensfeindlichen Metropolen. Reichtum und bittere Armut. Indianische Urmystik und christliche Bigotterie. Karneval und Drogenmorde. Unter dem Einfluss dieser untrennbaren Gegensätze leben und erschaffen Pecadores ihren wütenden Industrial-Macumba. Macumba ist so alt wie Voodoo und wird vor allem von der schwarzen und verarmten Unterschicht des Landes als spirituell-magisches Opfer und Totenritual durchgeführt. Doch „10% for Jesus“ geht noch weiter. Gerade innerhalb der ärmsten Schicht Brasiliens sind die christlichen Seelenfänger der Neuevangeliken auf der Pirsch, um das Volk in die Barmherzigkeit zu zwingen. Nicht umsonst wächst diese Sekte wie Unkraut, baut mit dem Geld der Ärmsten riesige Paläste und lebt einen pompös-ausschweifenden Luxus jenseits aller Vorstellungen. Dark Messenger, Apostle Newt, Sister Mege und Brother Vlad wehren sich auf ihrem ersten Album mit Hilfe ihrer martialischen Macumbarituale gegen die heuchlerische Freikirche. In Concert ist die Band mittlerweile in ganz Brasilien ein Happening, denn die live zelebrierten Macumbarituale sind den meisten Brasilianern durchaus vertraut, lassen das Publikum in regelmäßiger Trance und orgiastischer Verzückung mit der Band eins werden. Portugiesische Endzeitvocals, harte Industrialrhythmen und brasilianische Sambatrommeln laden den geneigten Hörer zu einer spannenden Reise in eine schmutzig-reale Welt voller archaischer Rituale ein, die süchtig macht. Gemastert und gemischt wurde das Album in Zusammenarbeit mit Bruno Kramm. Apostle Newt, der Tastenmann der Band ist auch in Deutschland kein Unbekannter mehr: Als Songschreiber der Three Cold Men konnte er sich bereits einen Namen machen. Die US amerikanische Band um den Programmierer Adam Waters erweitert das festgefahrenen Industrial/Electrogenre durch geschickt strukturierte Klangspielereien und melodische Elemente ohne sich vom harten Kern des Tanzflächen orientierten Martialindustrial zu lösen. Die Shouts des extrovertierten Frontmannes Damian erinnern zuweilen an Hocico und kontrastieren mit den weicheren Vocals des introvertierten Adam Waters. Ein erster Auftritt (K17, Berlin) belegte eindrucksvoll die Bühnenpräsenz der jungen Tanzflächenstürmer, die mit Sicherheit noch viel von sich hören lassen werden.
Releases
10% for Jesus (2007)
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