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Martin Bisi
Old School Rockabilly
Martin Bisi wurde 1961 geboren und wuchs, mit seinen aus Argentinien stammenden Eltern, in Manhattan auf. Seine Mutter war eine, auf Liszt und Chopin speziallisierte, Konzertpianistin und tourte eine Menge. Sein Vater spielte Tangostyle-Piano aber nur so als Hobby. Bisi wurde auf eine französische Schule geschickt auf der ihm jede Menge Musikunterricht verpasst wurde. Er rebellierte gegen all das, immerhin waren es ja die Sechziger und er missachtete die „akademisch akzeptierte“ Musik.
Die Sechziger waren eine sehr lebhafte Zeit in New York und die ständig unter Spannung stehende Jugend die Bisi sah, weckte in ihm die Faszination der sozialen Rolle der Musik. Im Alter von 14 Jahren sprühte Bisi Graffitis in New Yorks Straßen und Tunneln. Bald traf Bisi John Zorn und Bill Laswell, die beide älter als er waren, während einer Probe. Schon bald darauf liessen sich Bisi und Laswell in einem Loft nieder, in einem Teil von Brooklyn, in dem viele Musiker lebten und probten. Martin beschaffte sich Recording-Equipment und in den späten Achtzigern trafen Laswell und Bisi Brian Eno. Eno hatte Geschmack an der New Yorker No-Wave Szene gefunden und besuchte Laswell des öfteren um sein neues Bandmaterial zu begutachten. Es trug sich zu das Eno am Mischer stand, als Bisi mixte und als er fertig war schlug Eno vor, sich doch am nächsten Tag mal zu treffen. Eno half Laswell und Bisi dabei einen brauchbaren Aufnahmeraum zu finden und im Januar 1981 hatte Bisi seine allererste Recordingsession mit Eno. Diese Aufnahmen fanden den Weg in Eno's Ambient-Veröffentlichung namens „On Land“. Er nannte das Studio OAO "Operation All Out" aus William Burroughs' Roman Naked Lunch.
Simultan dazu gingen Bisi und die Material Crew, Freitags, zum Roxy Roller Rink in Manhattan, wo die sich die (Bronxbeheimatete) Hip-Hop-Nation traf. Material welches sich in Studioexperimente vertieft hatte, began bald mit Hip-Hop-Aufnahmen. 1982 schlug Herbie Hancock vor für ihn einen Hip-Hop-Track aufzunehmen, bei dem er Keyboard spielen könnte. Bisi und Material nahmen als bald den Song "Rockit" auf. Es wurde der erste Top 40 Song und Hancock bekam 1984 sogar einen Grammy dafür. All diese Aktionen rund um den Hip-Hop, schloss die Arbeit mit Afrika Bambaata mit ein und zog Sonic Youth zu Bisi und diese suchten ihn gerade aus weil er ein Hip-Hop Produzent war, um ihre Alben „Evol“ und „Bad Moon Rising“ zu produzieren. Um diese Zeit herrum löste sich Bisi auch von Laswell und Material, behielt aber das Studio und benannte es in BC-Studio um. Das Studio florierte, Aufnahmen aufkeimender Indie-Rock-Acts, Industrial aber auch aggressiverer Natur folgten. Stadtbekannte Avantgarde-Rock Provokateure wie Foetus, Swans, Cop Shoot Cop, Live Skull, Unsane und Alice Donut nahmen mehrere Alben mit Bisi auf.
1988 reformierten Bisi und Laswell Material, mit Unterbrechungen, als Produktionsteam und wurden von The Ramones, Iggy Pop und White Zombie aufgesucht. Jede Menge World-Music Alben wurden produziert. Ginger Bakers Soloalbum „Middle Passage“ und Material's Album „The Road To The Western Lands“ waren zwei von ihnen. Um 1990 kam John Zorn zu Bisi um viele Alben von sich selbst oder für sein Label aufzunehmen. Zorn's „Spy vs. Spy“, Naked City's „Torture Garden“, und The Boredom's „Wow2“. In den Spätneunzigern wurden Projekte mit Osteuropäischem Einfluss, wie Barbez, produziert. 2003 The Dresden Dolls und 2005 mixte die Shoegaze-Sensation Serena Maneesh ihr Debutalbum im BC Studio.
Releases
Sirens Of The Apocalypse (2008) - Black Freighter Records
Milkyway Of Love (1999) - Stripmine Recordings
Dear Papi, I'm In Jail (EP-1996) - New Alliance/SST
See Ya In Tiajuana (EP-1994) - New Alliance/SST
All Will Be Won (1993) - New Alliance/SST
Creole Mass (1988) - New Alliance/SST
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